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Eine Andacht von
Jennifer Schirmer

An(ge)dacht

Die Letzten werden die Ersten sein

heißt es in dem Monatsspruch für September.

 

Vor langer Zeit schützten Stadttore und Mauern eine Stadt vor der Dunkelheit und Wildnis. Um am späten Abend hineingelassen zu werden, war man auf andere angewiesen. Wenn das Stadttor von Jerusalem aufgrund der hereinbrechenden Nacht geschlossen war, konnte man durch die kleine Tür daneben hereingelassen werden. Jemand musste die verschlossene Tür von innen öffnen.

 

Jesus antwortet mit diesem Vergleich auf die Frage eines Mannes: „Sind es wenige, die ins Himmelreich kommen?“ Was hat der Mann mit seiner Frage gewollt oder vermutet? Vielleicht, dass Jesus zu ihm sagt: „Ja, es sind wenige und Du bist dabei!“?

 

Auf der Abschlussfahrt der diesjährigen Konfirmanden, setzten wir uns auch mit diesem Thema auseinander. „Was würdest du sehen, wenn du durch ein Schlüsselloch ins Himmelreich schauen könntest?!“ - Die Jugendlichen erhielten ein leeres Schlüsselloch, welches sie gestalten sollten. Einige sahen Farben, andere geliebte Menschen oder einfach nur schwarz, weil es schwer vorstellbar ist, wie es dort aussehen könnte. Die Frage jedoch, ob sie es überhaupt betreten dürften, kam nicht auf. Noch ist dieser Abschnitt ihres Lebens zu weit entfernt.

 

Die Tür zum Reich Gottes kann nur von innen geöffnet werden, so wie ein bei Nacht verschlossenes Stadttor.

 

Menschen, die sich den Eintritt aus ihrer Sicht verdient haben, haben sich verrechnet. Sie können sich nicht einfach Zutritt verschaffen. Durch Leistung oder dem Befolgen der 10 Gebote lässt sich die Tür nicht von außen öffnen. Der Patron lässt ein. Er entscheidet, wer in seinem Haus bleiben darf. Gerne wollten einige Manschen von Jesus hören, dass sie bei ihm einen besonderen Platz einnehmen, waren sicher, dass es so ist. Jesus hält diesen Menschen einen Spiegel vor. Er spricht damit eine Mahnung aus: „Deine Rechnung geht nicht auf. Letzte werden Erste sein und Erste Letzte. Die, von denen keiner gedacht hat, dass sie einen Platz in Gottes Reich haben, die werden eingelassen: von Ost und West, von Nord und Süd. Nein, wenige sind es nicht, die selig werden!“. Das, was wirklich wichtig ist, ist den Hausherrn zu kennen, mit ihm in Kontakt, in Beziehung zu sein. Die Verbindung nie einreißen zu lassen.

 

Das wünsche ich euch und Ihnen: dass die Beziehung zu Gott nicht abreißt und der Glaube immer wieder gestärkt wird.

 

Eure und Ihre Jennifer Schirmer