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Eine Andacht von
Holmfried Braun

An(ge)dacht

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren.
2. Mose 5,14

 

Der Duft von warmen Brötchen umschmeichelt meine Nase. Eine Tasse Kaffee, ein Ei und frischgebackene Brötchen – das gehört für mich zu einem netten Frühstück dazu. Umso verwunderter war ich, als ich bei einer befreundeten Familie zu Besuch war und es dort Brot vom Vortag und aufgebackene Brötchen gab. Wir gehen Sonntag nie zum Bäcker, meinte meine Freundin. Die Verkäuferinnen sollen auch ihren Feiertag haben.

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Natürlich hatte ich dies schon oft gehört, aber ich hatte noch nie meine Konsequenzen daraus gezogen. „Der siebte Tag ist ein Ruhetag“ … wie aktuell wird dieser Spruch, wenn man sich die gegenwärtigen Debatten zu Öffnungszeiten an Heilig Abend anhört: „Wir müssen konkurrenzfähig bleiben!“ oder „Die Menschen müssen doch Zeit zum Einkaufen haben!“ Auch am Heilig Abend, der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt? Brauchen wir das wirklich?

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. Dies gilt! Nicht nur für mich und meine Frühstückstafel, sondern auch für alle Beschäftigten im Einzelhandel und in den Bäckereien. Sogar die Tierwelt wird in dieses Gebot eingeschlossen – auch Arbeitstiere sollen am siebten Tag ruhen. Und selbst die, die so oft vergessen werden: Fremde in den Toren. Wir sollen auch diese am Segen Gottes teilhaben lassen.

Feiertage sind Ruhetage, und keine Tage des Profits. Diese Tage sollen uns wertvoll sein, um zur Ruhe zu kommen und erneut Atem zu schöpfen. Ich denke, dies geht auch mit aufgebackenen Brötchen.

 

Es grüßt sie herzlich

Ihr Pfarrer Holmfried Braun.

 

 

 

Postcriptum

Im letzten Jahr haben Gemeindeglieder die Andachten für den Gemeindebrief geschrieben. Es gab viele positive Reaktionen auf die Artikel der Familie Schneider, Hr. Hebel, Stephanie Akomeah und Jenni Schirmer. Vielen Dank für eure inspirierenden Andachten!

Wir würden dies gerne weiterführen. Wenn Sie also Lust haben, eine Andacht für unseren Gemeindebrief zu schreiben, melden Sie sich bitte beim Redaktionsteam. Oder wundern Sie sich nicht, wenn wir Sie ansprechen!