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Eine Andacht von
Pfarrer Holmfried Braun

An(ge)dacht

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.
Hebräer 13,2

 

Gastfreundschaft ist wichtig und schön und es kann wunderbar sein, Andere freundlich aufzunehmen. Und da geht es nicht um Feste in der Familie, sondern Gäste sind in der Bibel Fremde, die zu uns kommen.

 

Im Nahen Osten wird die Gastfreundschaft oftmals sehr deutlich: Meine Frau und ich wurden in Jordanien von Leuten, die wir nicht kannten, hereingebeten. Zuerst bekamen wir Tee angeboten, später wurde viel Essen und Trinken aufgetischt. Eigentlich war aber gar kein Tisch da, wir saßen auf Kissen auf einem Teppich, und ließen es uns gutgehen. Im Nachhinein habe ich mir überlegt, was wohl die Menschen dazu bewogen hat, uns einzuladen? Neugierde, Offenheit oder einfach orientalische Freundlichkeit? Schön waren diese Momente und wir konnten interessante Gespräche führen und wir durften andere Menschen kennenlernen. Ja, Gastfreundschaft dient dem Herstellen einer Beziehung - nicht umsonst wird in der Bibel immer wieder von der Gastfreundschaft Gottes gesprochen. Gott ist gastfreundlich, er lädt uns ein. Gott wendet sich uns Menschen zu. Auch Gott ist neugierig, offen und freundlich und möchte mit uns eine Begegnung herstellen.

 

Und manchmal schickt er sogar seine Boten, die in der Bibel Engel genannt werden, zu uns. Abraham zum Beispiel lädt drei Männer ein, von denen er erst im Nachhinein merkt, dass diese Engel waren und ihm eine segensreiche Nachricht von Gott übermittelt haben: Dass er und seine Frau einen Sohn bekämen und dass damit die Verheißung von Gottes Segen erfüllt würde.

 

Gastfreundlich zu sein, Anderen meine Tür zu öffnen - dazu gehört Vertrauen. Aber ohne dieses Vertrauen gehen vielleicht manche Engel Gottes an meinem Haus vorüber.

Deshalb: Vergesst die Gastfreundschaft nicht.

 

Ihr Pfarrer Holmfried Braun.